Ukrainer, die vor dem Krieg nach Polen kamen: Legaler Aufenthalt nur bis 4. März 2027 verlängert

Kurz. Ab 5. März 2026 gilt: Ukrainer, die vor dem 24.2.2022 in Polen gemeldet waren und keinen Schutzstatus haben, erhalten Verlängerung nur bis 4. März 2027.
- Seit 5. März 2026 gilt das polnische Gesetz zur Beendigung der Sonderregelungen aus dem Kriegsjahr 2022.
- Ukrainer mit gültigem Aufenthaltstitel am 24. Februar 2022, die keine Begünstigten des vorübergehenden Schutzes sind, erhalten die Verlängerung nur bis 4. März 2027.
- Für diese Gruppe wird keine neue Aufenthaltskarte ausgestellt — nur die Gültigkeit des bestehenden Dokuments wird verlängert.
- Vereinfachte Arbeitsregeln (nur Arbeitgebermeldung) gelten für diese Gruppe während einer Übergangsfrist bis etwa März 2029.
- Nach dem 4. März 2027 ist ein eigener Rechtstitel nötig: nationales Visum D, Aufenthaltstitel nach allgemeinen Regeln oder fortgeführte Geschäftstätigkeit.
Was sich geändert hat
Am 5. März 2026 trat in Polen das Gesetz zur Beendigung der Regelungen aus dem sogenannten Sondergesetz in Kraft — dem 2022 verabschiedeten Gesetz zur Unterstützung ukrainischer Staatsbürger. Präsident Karol Nawrocki unterzeichnete es am 19. Februar 2026. Das Gesetz beendet das seit 2022 geltende System der automatischen Verlängerung von Visa und Aufenthaltskarten und überführt den Schutz für Ukrainer in ein einheitliches System, das an eine Entscheidung des EU-Rates angepasst ist.
Das zentrale Datum im neuen Gesetz ist der 4. März 2027. An diesem Tag läuft der aktuelle Durchführungsbeschluss (EU) 2025/1460 des Rates aus, der den vorübergehenden Schutz für aus der Ukraine vertriebene Personen EU-weit verlängert hat.
Allerdings fällt nicht jeder Ukrainer in Polen unter den vorübergehenden Schutz. Eine gesonderte Regelung betrifft Personen, die bereits am 24. Februar 2022 einen gültigen Aufenthaltstitel besaßen — ein nationales Visum, eine Aufenthaltskarte (karta pobytu) oder eine befristete Aufenthaltserlaubnis —, also ihren Aufenthalt in Polen schon vor dem Beginn des umfassenden Angriffskriegs legalisiert hatten. Diese Gruppe wird nicht zum Begünstigten des vorübergehenden Schutzes, selbst wenn sie später während des Krieges in die Ukraine ausgereist und zurückgekehrt ist.
Für diese Gruppe wird keine neue Aufenthaltskarte anstelle der bisherigen ausgestellt. Stattdessen wird lediglich die Gültigkeit des bereits vorhandenen Dokuments — Visum oder Karta pobytu — gesetzlich bis zum 4. März 2027 verlängert, keinen Tag länger.
Wen das betrifft
Die Regelung betrifft Ukrainer, die beide Bedingungen gleichzeitig erfüllen:
- sie haben in Polen bereits vor dem 24. Februar 2022 einen Aufenthaltstitel (nationales Visum D, Karta pobytu, befristete Aufenthaltserlaubnis) erhalten, der an diesem Datum noch gültig war;
- sie sind keine Begünstigten des vorübergehenden Schutzes nach dem Sondergesetz — das heißt, sie haben keinen PESEL-Status mit UKR-Kennzeichnung, der über das Verfahren des vorübergehenden Schutzes vergeben wurde.
Das ist eine engere Gruppe als jene mit PESEL-UKR-Status oder der künftigen Aufenthaltskarte CUKR, die für Begünstigte des vorübergehenden Schutzes gedacht ist — das ist ein eigenes Thema. War Ihr Aufenthaltstitel schon vor dem Kriegsbeginn gültig, gilt für Sie die automatische Verlängerung, nicht aber der Status des vorübergehenden Schutzes.
Praktisch bedeutet das: Das Recht, ohne separate Arbeitserlaubnis zu arbeiten (nur über eine Arbeitgebermeldung), gilt für diese Gruppe während einer dreijährigen Übergangsfrist bis etwa März 2029. Ein vor dem 5. März 2026 registriertes Unternehmen kann weitergeführt werden, eine neue Geschäftstätigkeit muss jedoch nach den allgemeinen Regeln für Drittstaatsangehörige angemeldet werden.
Was jetzt zu tun ist
- Prüfen Sie das genaue Datum auf Ihrem Dokument (Visum oder Karta pobytu) und ob Ihr Fall unter die Verlängerung bis 4. März 2027 fällt — wenden Sie sich bei Unsicherheit an die zuständige Woiwodschaftsbehörde (Urząd Wojewódzki) oder prüfen Sie das Portal mos.cudzoziemcy.gov.pl.
- Entscheiden Sie frühzeitig, welchen Rechtstitel Sie nach dem 4. März 2027 beantragen: ein nationales Visum D, eine befristete Aufenthaltserlaubnis nach allgemeinen Gründen (Arbeit, Geschäft, Familienzusammenführung) oder eine fortgeführte Geschäftstätigkeit nach den allgemeinen Regeln für Drittstaatsangehörige.
- Falls Sie über die vereinfachte Arbeitgebermeldung arbeiten, fragen Sie Ihren Arbeitgeber, wie lange dies konkret für Sie gilt, und planen Sie den Übergang zu einer regulären Arbeitserlaubnis frühzeitig.
- Warten Sie nicht bis zu den letzten Monaten vor dem 4. März 2027 mit dem Antrag auf einen neuen Rechtstitel — die Wartezeiten bei den Woiwodschaftsbehörden können sich über Monate hinziehen.
- Nutzen Sie bei Bedarf eine kostenlose Rechtsberatung — etwa bei der Stowarzyszenie Interwencji Prawnej (Vereinigung für Rechtsintervention) oder einer anderen Organisation, die Ukrainern bei der Legalisierung in Polen hilft.
Häufige Fehler
Am häufigsten wird diese Gruppe mit Inhabern der Aufenthaltskarte CUKR verwechselt — doch CUKR ist speziell für Begünstigte des vorübergehenden Schutzes mit PESEL-UKR-Status gedacht, nicht für Personen, die bereits vor dem 24. Februar 2022 einen gültigen Aufenthaltstitel hatten. Das sind zwei unterschiedliche Themen.
Ein zweiter Fehler ist die Annahme, die Verlängerung würde sich automatisch weiter erneuern, wie es in der Vergangenheit mehrfach der Fall war. Die Verlängerung bis 4. März 2027 ist an den aktuellen Beschluss des EU-Rates gebunden und garantiert keine weitere Verlängerung danach.
Ein dritter Fehler ist die Annahme, dass ein langer Aufenthalt in Polen allein bereits einen Anspruch auf vorübergehenden Schutz begründet. War Ihr Aufenthaltstitel am 24. Februar 2022 gültig, spielt es keine Rolle, wie viele Jahre Sie bereits in Polen leben — das macht Sie nicht zum Begünstigten des vorübergehenden Schutzes.
Die Regeln ändern sich häufig — prüfen Sie vor jeder Entscheidung die aktuellen Anforderungen auf der oben genannten offiziellen staatlichen Quelle.
Offizielle Quellen
Fragen
- Wer genau fällt unter die Verlängerung bis 4. März 2027?
- Ukrainer, die in Polen vor dem 24. Februar 2022 einen Aufenthaltstitel (nationales Visum D, Karta pobytu oder befristete Aufenthaltserlaubnis) erhalten haben, der an diesem Datum noch gültig war. Sind sie keine Begünstigten des vorübergehenden Schutzes, wird die Gültigkeit ihres Dokuments einfach gesetzlich bis zum 4. März 2027 verlängert.
- Bekomme ich eine neue Aufenthaltskarte anstelle der alten?
- Nein. Für diese Gruppe wird keine neue Karte ausgestellt — die Gültigkeit des bestehenden Dokuments wird verlängert. Das unterscheidet sich von Begünstigten des vorübergehenden Schutzes, für die ab Mai 2026 eine eigene Aufenthaltskarte CUKR geplant ist.
- Was passiert nach dem 4. März 2027, wenn ich nichts geregelt habe?
- Ohne eigenen Rechtstitel — nationales Visum D, befristete Aufenthaltserlaubnis nach allgemeinen Gründen oder Geschäftstätigkeit — wird Ihr Aufenthalt in Polen illegal, was auch das Recht auf Arbeit und den Zugang zu Sozialleistungen kosten kann.
- Kann ich weiter über die vereinfachte Arbeitgebermeldung arbeiten?
- Ja, für diese Gruppe gilt eine Übergangsfrist bis etwa März 2029. Das ist jedoch nur vorübergehend — irgendwann brauchen Sie eine reguläre Arbeitserlaubnis, wie andere Drittstaatsangehörige auch.